OLYMPUS OM-D E-M1

ENTDECKUNG EINER AUSSERGEWÖHNLICHEN KAMERA


Zugegeben, es gab doch zuletzt mehrere Enttäuschungen und schmerzhafte Trennungen. So habe ich nach erlebten Höhen und Tiefen, sowohl einer schönen, schwarzen Nervensäge von > FUJI als auch einer allzu gewichtigen Geisha von > NIKON den Rücken gekehrt. Wie es dazu kam, ließe sich auf den Seiten zuvor nachlesen.


Die Zeit der Trauer dauert aber in meinem Falle meistens nie sehr lange, ist doch die Suche nach einer neuen Braut immer recht aufregend und vergnüglich. Zu guter Letzt lässt sich wieder ein neuer Beitrag für das Kapitel Equipment schreiben.


Angesichts des nicht geringen Umfangs meiner letzten Begleiterin, konnte es auch kein Zufall sein, dass ich gleich zu Beginn der Suche nach Gewichts- und Volumenvorteile Ausschau hielt. Die Großen der Branche können mich derzeit auch mit Blick darauf nicht reizen und zu denen, die mich bisher noch nicht enttäuscht haben, fiel mir Olympus ein. Allerdings liegt die letzte Begegnung schon ein ganze Weile zurück, aber den Namen habe ich nicht vergessen: OM-1.



Die nachfolgenden Bildkompositionen sind das Ergebnis mehrfacher Überlagerungen von Bildern

Im Gegensatz zu den Dominierenden des Marktes konzentriert sich Olympus nach meinem Eindruck vorzugsweise auf anspruchsvolle Fotografen, die das Besondere suchen. Es sind hochwertige Kameras, die vielleicht auch mal etwas kompliziert sein dürfen. Ein schönes Beispiel hierfür ist die OM-D E-M1, die es mir zugegeben sehr angetan hat - schon auf den ersten Blick. Wieder eine emotionale Bindung? Dieser Luxus stammt unwiderlegbar aus meiner Zeit mit den Apparaten, die noch auf Filmmaterial belichteten - mechanische Wunderwerke, die eine Seele und Persönlichkeit besitzen.


Ist die E-M1 nicht Olympus Hommage an die alte OM-Serie?  Die Kamera kommt etwas leicht kantig daher und wirkt sehr klassisch. Unter der wunderbar verarbeiteten Oberfläche verbirgt sich ein stabiler Unterbau aus Magnesium-Legierung, der vollgepackt ist mit Hightech-Features. Zudem ist die E-M1 umfassend gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt und frostsicher bis minus 10ºC. Diese Aussage kann ich aber nicht unterschreiben, weil ich bei solchen widrigen Bedingungen lieber in der warmen Stube sitze und an einem neuen Beitrag schreibe.


Die saubere und wertige Verarbeitung der E-M1 gefällt mir ausgesprochen gut. Drehregler, Tasten und Schalter sind gediegen ausgestaltet, haben einen präzisem Sitz mit einem sauberen Druckpunkt. Die geradezu feinmechanische Präzision der Verarbeitung lässt wieder mal Erinnerungen wach werden, an die von mir so geliebten Fotoapparate vergangener Tage.

Auffällig und eine eindeutige Hommage an die alte OM-Serie, ist gewiss der On/Off-Schalter auf der linken Oberseite der E-M1. Ob der nicht besser in Reichweite der Finger der rechten Hand aufgehoben wäre, kann man schon so sehen. Auch der an eine Film-Rückspulkurbel erinnernde runde Buckel links daneben, ist ganz offensichtlich dem klassisch angehauchten OM-Design geschuldet.


Trotz der unzähligen Einstellmöglichkeiten geht mir die Bedienung der E-M1 nach einer gewissen Einarbeitungszeit sehr gut von der Hand. Zur besseren Bedienung trägt auch bei, dass sich die Einstellräder und die meisten Tasten in einem Anwender Menü jeweils individuell mit bestimmten Funktionen belegen lassen. Nichtsdestotrotz - viele Funktionen sind tief im Menü versteckt und das Studium des Handbuchs oder der Besuch in Foren kann man durchaus empfehlen.


Eine Kamera am langen Arm zu halten und auf das hintere Display zu blicken, ist mir ein Graus. Ich bin es halt schon immer gewohnt, meine Kameras mit dem Auge am Sucher zu bedienen, ohne den Blick vom Motiv abzuwenden. Bei der E-M1 kommt mir die gute Platzierung der Bedienelemene und die auf meine persönlichen Bedürfnisse angepassten Konfiguration, sehr entgegen. Keine meiner vorherigen Kameras hatte übrigens so umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten wie die E-M1. Diese Vielfalt der Einstellmöglichkeiten zu erforschen und auszuprobieren, kann schon eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Es spielt dann schon eine Rolle, welche Erfahrungen der Anwender mitbringt.

Ein Erlebnis der besonderen Art hat man beim ersten Blick durch den elektronischen Sucher. Der ist nicht nur fantastisch hochauflösend, hell und reaktionsschnell, der ist auch richtig groß. Da werde ich wohl den vorbildlichen, optischen TTL-Sucher meiner verflossenen, dicken Nikon-Geisha nicht vermissen.


Eine wichtige Frage ist natürlich, ob sich mit einer MFT-Kamera wie der E-M1 eine überzeugende Bildqualität erreichen lässt. Sicherlich haben auch die verwendeten Objektive einen gewichtigen Anteil am Ergebnis. Hier sollte ich das von Olympus neu entwickelte, attraktive Zoom-Objektiv mit der Brennweite 12-40 mm und durchgehender Lichtstärke von 2,8 hervorheben, welches mir den MFT-Festbrennweiten absolut ebenbürtig erscheint. Auch die mechanische Qualität des Zooms ist vom Feinsten.


Die Bildqualität ist hervorragend und kann locker mit einer guten digitalen Spiegelreflexkamera mithalten, wenn auch nicht so ganz mit der einer Vollformatkamera. Erste Fotos vermitteln schon einen Eindruck vom Potenzial der Kamera. Daneben überzeugen der schnelle Auto-Fokus und die akkurate Belichtung. Das Einzoomen zur Schärfekontrolle wäre oft gar nicht nötigt, denn der Autofokus funktioniert wirklich zuverlässig. Selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen trifft der Autofokus der E-M1 sehr sicher die Schärfe.

Ich dachte bisher, dass ich mich mit dem Format MFT nie würde anfreunden können. Diese Sensortechnik war in meinen Augen lange Zeit nicht auf einem so hohen Niveau, dass sie mich von den Vorteilen des DSLR-Systems hätte abbringen können. Doch die Technik hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und es sind keine dramatischen Nachteile mehr bei der Bildqualität erkennbar. Und so spielen andere Kriterien für mich eine größere Rolle als nur das kleinere Sensorformat. Das Fotografieren mit einer Kamera soll so einfach wie möglich sein und Spaß machen. Dafür muss es heute keine DSLR mehr sein, diesen Eindruck habe ich jedenfalls bei der E-M1.


Neben dem exzellenten, elektronischen Sucher hat sich mittlerweile auch das Objektivangebot speziell für MFT höchst positiv weiterentwickelt und bietet nunmehr eine große Auswahl unter allen spiegellosen Kamerasystemen. Ich würde das MFT-System schon allein deshalb jederzeit wieder wählen. Alleine mit den MFT-Optiken lassen sich deutliche Gewichts- und Volumenvorteile gegenüber einem SLR-System erzielen.  Ein einheitliches System, mit der Kompatibilität von Objektiven und Stromversorgung, macht Sinn. Und so sind es oft die kleinen Dinge im Leben, die große Veränderungen bewirken können. Bei uns geht es jedenfalls weg von klobigen Spiegelreflexkameras, hin zu einem kompakten und leichten System.

Nachdem ich schon mit dem schönen Biest, der Fuji XPro1, den vergeblichen Versuch unternommen hatte, mich aus der Spiegelreflexwelt zu verabschieden, werde ich es mit der Olympus OM-D E-M1 erneut versuchen. Gemessen an meinen persönlichen Anforderungen ist sie ein hervorragendes Werkzeug. Auch der Look, das robuste Gehäuse und die Funktionsvielfalt der Olympus haben mich überzeugt.


Ich weiß zwar nicht, wie die Dinge sich letztendlich entwickeln werden - aber ist nicht jeder seines Glückes Schmied?

Es kommt darauf an, selbst die Lösung zu finden, mit der man glücklich wird.



ETWAS NEUES VON LEICA


Eine ausgezeichnete und moderate Weitwinkel-Festbrennweite hat ihren Weg in unser Olympus-Equipment gefunden. Das Leica DG Summilux 15mm f/1.7 ASPH. ist klein und leicht genug, um es in einer Jackentasche unterzubringen. Solide gebaut und mit hervorragender Bildqualität selbst bei Offenblende. Der Autofokus ist sehr schnell und nahezu geräuschlos. Es besitzt eine reiche Farbpalette mit sehr schönem Kontrast und es steht der Kamera.

2016 - 6 SEITEN FOTOS VON CHATEAU RIVAU, CANDES DE SAINT MARTIN, MONTPOUPON UND LOCHES

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SONY A7 II

2015 - 7 SEITEN MIT FOTOS VON CHAOURCE, AGNES SOREL UND JEANNE D'ARC

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98 Seiten mit poetischen Texten und zahlreichen Farbfotos mit Olympus OM-D E-M1