Die von Burroughs seinerzeit persönlich skizzierte Landkarte von Pal-ul-don zeigt zwar die vier Himmelsrichtungen an, enthält aber keine Angaben zu Längenmaßstäben. Es bleibt uns nur der Versuch, anhand der beschriebenen topografischen Gegebenheiten, eine vorsichtige Schätzung durchzuführen. Danach lässt sich für Pal-ul-don eine Ausdehnung von etwa 70 Meilen in Nord-Süd Richtung und etwa 50 Meilen in Ost-West Richtung ableiten. Das ergibt dann eine Gesamtfläche von 3.500 Quadrat-Meilen.

PAL-UL-DON

BY NKIMA

DAS VERGESSENE LAND


Zugegeben, ich bin vom ERB-Virus befallen und werde des Rest meines Lebens über dieses Opus schreiben müssen. Nun, es gibt viel tragischere Schicksale, aber wenn man das erkennt, ist es halb so schlimm, richtig?


Also, ich meine, Pal-ul-don ist ein Juwel von einer Miniaturwelt. Man muss schon wirklich ein Genie wie Burroughs sein, um eine Geschichte, wie die im Buch ‘Tarzan der Schreckliche’, auf einer Fläche wie Zypern zu quetschen und es immer noch monumental erscheinen zu lassen.


Okay, jetzt lasst uns Pal-ul-don mal betreten und nachschauen, wie es so ist!


Mein erster Eindruck: Ein Freund liegt mit seiner Vermutung richtig, Pal-ul-don war ehemals ein Teil von Pellucidar und könnte durch einen Erdwirbel entstanden sein. Denn nicht nur die beschriebene Pflanzen- und Tierwelt auch die Humanoiden klingen zu irre, um einer irdischen Evolution entsprungen zu sein. Aber was nützen alle Hypothesen, am Ende bleibt Burroughs ein begnadeter Erzähler unglaublicher Geschichten und seine fiktiven, vergessenen Welten sind höchst faszinierend.

Tarzan entdeckt eine von der Zeit vergessene Welt. Dort ist die Evolution keinesfalls zum Stillstand gekommen, vielmehr haben Urmenschen und auch vorzeitlich Kreaturen dramatische Veränderungen erfahren.

Pal-ul-don weist eine breite Palette von Landschaftsformen auf und ist dabei eine nahezu abgeschottet Welt. Alles wird von einem weitgehend undurchdringlichen, gefährlichen Sumpfgebiet umschlungen und darüber dehnt sich eine riesige Dornenwüste aus.


Aus ‘Tarzan der Schreckliche’

… Er verließ das Dorf in südwestlicher Richtung und durchquerte unter unbeschreiblichen Strapazen eine fast nicht endende, wasserlose Gegend, die meist von dichtem Dornengestrüpp bedeckt war. Die Steppe, die er dann erreichte, hatte wahrscheinlich noch kein Weißer betreten. Hier gab es steile Gebirge, wild bewachsene Hochländer, tiefe Ebenen und ausgedehnte Sümpfe. Aber es erwies sich, dass ihm weder die Ebenen, noch die Hochländer, noch das Gebirge zugänglich waren. Erst nach Wochen voller Strapazen fand er eine Stelle, an der er die Sümpfe überqueren konnte. Es war ein abschreckender Streifen Morast, der von giftigen Schlangen und noch größeren, gefährlichen Reptilien heimgesucht wurde. Gelegentlich erspähte er in der Ferne oder bei Nacht Gestalten, die gewaltigen vorsintflutlichen Ungeheuern glichen.

In Pal-ul-don herrscht eine üppige Vegetation mit großem Reichtum an Wasser - typisch für die Breitengrade im inneren Afrikas. Es ist die Heimat außergewöhnlicher und bemerkenswerter Geschöpfe, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind - zumindest in jüngster Zeit. Die umliegenden Sümpfe wimmeln von Insekten, Amphibien, Reptilien und Sauriern. Neben den üblichen afrikanischen Krokodilen, Schlangen und Eidechsen gibt es viele prähistorische Arten. Eine Besonderheit ist der Gryf. Dabei handelt es sich laut Burroughs um die fleischfressende Gattung des urzeitlichen Triceratops, der seit über 50 Millionen Jahren ausgestorben ist. Der Gryf durchstreift auf der Suche nach Futter ganz Pal-ul-don, die Schlucht Kor-ul-gryf im nördlichen Teil des Haupttals von Jad-ben-otho, ist aber wohl sein hauptsächliches Revier.


Aus ‘Tarzan der Schreckliche’

… Das Tier maß volle zwanzig Fuß bis zur Schulter. Seine Farbe war ein schmutziges schieferblau, abgesehen von seinem gelben Kopf mit den blauen Ringen um die Augen, der roten Haube mit gelbem Rand und dem gelben Bauch. Drei parallel verlaufende Reihen knöcherner Erhebungen auf dem Rücken fügten noch einen neuen Farbton hinzu. Die Reihe in der Mitte war rot, während die zu beiden Seiten ebenfalls gelb waren. Die Hufe des urzeitlichen, gehörnten Dinosauriers hatten sich beim Gryf zu Tatzen entwickelt. Aber die Hörner, zwei große über den Augen und ein kleineres Horn auf der Nase, hatten sich durch alle Zeiten der Evolution hindurch erhalten. Unheimlich und schrecklich wie es aussah, musste Tarzan dennoch die mächtige Kreatur bewundern, die so ungewöhnliche Ausmaße hatte. Die Länge von fünfundsiebzig Fuß verkörperte majestätisch ihre Kraft. Allein in dem wuchtigen Schwanz musste die Kraft eines Elefantenbullen liegen. Der hornige Rachen beherbergte eine Reihe gewaltiger Zähne. Pflanzenfresser waren vielleicht einmal seine Urahnen.

Eine Begegnung mit den gefährlichen, großen Löwen ähnlichen Raubkatzen sollte man auch tunlichst vermeiden. Die eine Bestie, genannt Ja, entspricht fast dem afrikanischen Löwen, nur hat sie ein geflecktes Fell wie das eines Leoparden. Die zweite Jäger, der Jato, erscheint wie ein Hybrid aus Säbelzahntiger und Löwen. Diese bösartige, gelbschwarz-gestreifte Kreatur besitzt lange, dolchartige Fangzähne, die aus seinem Oberkiefer nach unten herausragen.

Ho-don

Unter den Humanoiden von Pal-ul-don sind die weißhäutigen, haarlosen Ho-don am weitesten entwickelt und leben als organisierte Gesellschaften in verstreuten, fest erbauten Siedlungen. Jede Stadt hat zwar einen eigenen König, der König von A-lur, der Stadt des Lichts, wird jedoch von allen Ho-don als Kriegsherr anerkannt. Ihrem Gott, der Große Jad-Ben-Otho, bringen sie rituelle Menschenopfer dar.


Aus 'Tarzan der Schreckliche’

… Im Gegensatz zu seinem grimmigen Verfolger ging es aufrecht auf zwei Beinen und außer einem Büschel schwarzer Haare auf dem Kopf war es völlig unbehaart. Seine Arme waren gut geformt und muskulös, die Hände stark und schlank mit langen, schmal zulaufenden Fingern. Die Daumen reichten beinahe bis an das oberste Gelenk des Zeigefingers. Auch seine Beine waren gut geformt, aber seine Füße wichen von der Norm aller menschlichen Rassen ab. Wie bei den primitivsten Urmenschen standen die großen Zehen beinahe im rechten Winkel zum Fuß.


… Dieses Wesen trug einen schwarzen Pelz um die Hüften, aus dem hinten ein langer, haarloser weißer Schwanz hing…

Waz-don

Die Waz-Don gleichen im Prinzip den Ho-Don, jedoch bedecken schwarze Haare den größten Teil des Körpers. Die Haarbedeckung ist bei Männern länger, während sie bei den Frauen, kürzer und viel feiner ist, fast wie das zarte Fell junger Robben. Im Gegensatz zu den Ho-Don sind die Waz-Don in kleinen, unabhängigen Stämmen organisiert. Sie leben entweder in Baumhäusern in den Wäldern oder öfter noch in Höhlen, die sie im Tal von Jad-Ben-Otho in die schroffen Klippen der Berge gegraben haben. Jeder Stamm hat seinen eigenen Anführer. Auch sie verehren Jad-Ben-Otho als den Großen Schöpfer und sind bereit für ihren Glauben in den Tod zu gehen.


Aus ‘Tarzan der Schreckliche’

… Sofort sah Tarzan, dass diese Kreatur beinahe das Gegenstück zu seinem Gefährten war. Sie ähnelten sich in Größe und Gestalt. Aber der Körper des Angreifers war mit einem dichten Pelz zottiger Haare bedeckt, welcher, seine Züge fast verbarg, während seine Ausrüstung und seine Waffen völlig denen seines Gefährten glichen.

Waz-ho-don

Da Tarzan in diesem, seinem ersten Abenteuer in Pal-ul-don, nie Kontakt zur Rasse der Waz-ho-don hat, liegt uns keine Beschreibung von ihnen vor. Wir wissen nur, dass sie Mischlinge der beiden erstgenannten Rassen sind und sich abgesondert haben und in Bu-lur, der sogenannten Mondstadt leben. Aber Will Murray hat im zweiten Abenteuer ‘Tarzans Rückkehr nach Pal-ul-don’ einiges dazu geschrieben. Siehe dazu Nkima Chat No 11

Tor-o-don

Diese humanoide Spezies gleicht einer Form von Tiermenschen oder großen Affen. Sie sind mit grobschwarzen Haaren bedeckt und besitzen einen Greifschwanz. Die Größe, das Gewicht und die Stärke des Tor-o-Don entsprechen dem eines ausgewachsenen Gorillas. Als einzige verstehen sie es, den Gryf zu bändigen und auf seinem mächtigen Rücken zu reiten.


Aus ‘Tarzan der Schreckliche'

… Der Tor-o-don packte mit seinem Greifschwanz eines von Tarzans Fußgelenken und brachte ihn zu Fall. Schwer stürzten die beiden, aber der Affenmensch war gewandt und seine Muskeln waren stark. Noch im Fall brachte er das Tier unter sich und lag dann auf ihm. Nun griff der Schwanz, der ihn umgerissen hatte, seine Kehle. Bei der Anstrengung, die er aufwenden mußte, um den Körper seines Widersachers im Fall zu drehen, hatte Tarzan sein Messer fallen gelassen, um den zottigen Körper mit seinen Händen fester packen zu können. Nun lag die Waffe am Rand des Felsvorsprunges und war außer Reichweite. Beide Hände waren augenblicklich damit beschäftigt, die Glieder des anderen abzuwehren, die ihn zu packen suchten. Tarzan konnte die Arme des Tor-o-don halten, aber er konnte nicht verhindern, dass sich der lange Greifschwanz langsam um seinen Hals legte und seine Kehle zu würgen begann.


… Ein Schlag auf das mittlere Horn brachte ihn zum Stehen. Dann ging der Tor-o-don nach hinten, kletterte an dem Schwanz empor und setzte sich rittlings auf den mächtigen Rücken. Mit der scharfen Spitze seines Stockes trieb er das Tier an. Der Gryf begann davonzutraben.